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Das Buch: „Ernst von Salomon --
Revolutionär ohne Utopie
Ernst von Salomon ist mit seinem Werk aus
der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts nicht
wegzudenken auch wenn es heute als wenig opportun
gilt, an ihn zu erinnern. Bereits mit seinem ersten Buch
„Die Geächteten sorgte der blutjunge
Freikorpskämpfer für Aufsehen und bestach durch
seine besondere literarische Note. Es ist der
Rechenschaftsbericht eines von der Revolutionszeit nach dem
1. Weltkrieg geprägten Nationalisten. Salomon war
Kadett in Karlsruhe und Berlin-Lichterfelde, nach dem Ersten
Weltkrieg Teilnehmer an den Kämpfen im Baltikum und in
Oberschlesien. 1922 wurde er wegen Beihilfe zum
Rathenau-Mord zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.
Virtuos beschreibt er die politischen Wirren seiner Zeit,
die er als »Romantiker im Stahlhelm«
tatkräftig mitgestaltete. Es formuliert das
leidenschaftliche Bekenntnis einer Generation, die eine
ganze Welt herausforderte.
Ernst von Salomon hat nahezu alle Strömungen des
aktivistischen Nationalismus durchdacht und verworfen,
durchlebt, verteidigt und wieder in Frage gestellt. Wie
Ernst Jünger ließe sich auch Ernst von Salomon
mit dem Etikett des »konservativen Anarchisten«
charakterisieren. Gegen Liberalismus und Republikanismus
engagiert, zugleich aber auch in Distanz zur NSDAP und nach
1933 in der unpolitischen Rolle eines Drehbuchautors
für Unterhaltungsfilme, konnte er nach dem Ende des
Zweiten Weltkriegs mit seinem autobiographischen Roman
„ Der
Fragebogen
nochmals die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich
ziehen, als ihn die Versuche der amerikanischen
Militärregierung, die deutsche Bevölkerung mittels
eines Katalogs von 131 Fragen hinsichtlich nazististischer
Aktivitäten und Verstrickungen zu durchleuchten, zu
einem autobiographischen Rückblick auf sein Leben
inspirierten. Gerade dieser Zynismus, die letztlich
amoralische und nivellierende Darstellung des Unrechts und
das Wichtignehmen der eigenen Leiden bei gleichzeitiger
Unempfindlichkeit gegenüber dem Schicksal anderer
trugen Salomon scharfe Kritik ein. Dennoch wurde sein Werk
in fast alle europäischen Sprachen übersetzt.
1994 legte Markus Klein die erste Monographie überhaupt
zu Ernst von Salomon als Dissertation vor. Die
wissenschaftliche Untersuchung erschließt ein
Stück Geschichte, das bisher nur in Bruchstücken
bekannt war: Leben, Umfeld, Schriften und Wirkungsgeschichte
des Autors Salomon, der nicht nur Zuschauer, sondern auch
Täter war; er hat sich aktiv als Terrorist
betätigt und einen erheblichen Teil seines Lebens daher
im Gefängnis verbracht. Ein Lebenslauf, der sich in
vielem von dem anderer „Nationalrevolutionäre
unterscheidet. Nun liegt dieses längst vergriffene
Standardwerk in einer überarbeiteten Neuauflage
rechtzeitig zum 100. Geburtstag Ernst von Salomons vor.
Ernst von Salomon -- Revolutionär ohne
Utopie. Von Markus Josef Klein. Mit einer vollständigen
Bibliographie und einem Vorwort von Armin Mohler, 400
Seiten, zahlreiche Abb., San Casciano Verlag, Aschau 2003.
Preis: 24,90 Euro
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